KAMIENNA GóRA

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Kamienna Góra




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    Kamienna Góra


    Kamienna Góra
    Wappen von Kamienna Góra
    Kamienna Góra (Polen)
    Kamienna Góra
    Kamienna Góra
    Basisdaten
    Staat: Polen
    Woiwodschaft: Niederschlesien
    Landkreis: Kamienna Góra
    Fläche: 18,00 km²
    Geographische Lage: 50° 47′ N, 16° 2′ O50.78333333333316.033333333333Koordinaten: 50° 47′ 0″ N, 16° 2′ 0″ O
    Höhe: 468 m n.p.m
    Einwohner: 20.176
    (30. Jun. 2013)[1]
    Postleitzahl: 58-400 bis 58-402
    Telefonvorwahl: (+48) 75
    Kfz-Kennzeichen: DKA
    Wirtschaft und Verkehr
    Straße: LegnicaTrutnov
    Schienenweg: Sędzisław–Lubawka
    Nächster int. Flughafen: Breslau
    Gemeinde
    Gemeindeart: Stadtgemeinde
    Fläche: 18,00 km²
    Einwohner: 20.176
    (30. Jun. 2013)[2]
    Bevölkerungsdichte: 1121 Einw./km²
    Gemeindenummer (GUS): 0207011
    Verwaltung (Stand: 2007)
    Bürgermeister: Krzysztof Świątek
    Adresse: pl. Grunwaldzki 1
    58-400 Kamienna Góra
    Webpräsenz: www.kamiennagora.pl
    Karte von Landeshut
    Blick auf Kamienna Góra und Schneekoppe
    Ring

    Kamienna Góra [kaˈmʲɛnːa ˈgura] (deutsch: Landeshut in Schlesien) ist eine Kreisstadt in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Die Stadt gehört der Euroregion Neiße an und ist Sitz des Powiat Kamiennogórski sowie der gleichnamigen Gemeinde, der sie jedoch nicht angehört.


    Kamienna Góra Geographie


    Kamienna Góra liegt etwa 26 Kilometer südöstlich von Jelenia Góra (Hirschberg) am Bober, in der Landeshuter Senke zwischen dem zum Riesengebirge gehörenden Landeshuter Kamm und dem Waldenburger Bergland sowie dem Rabengebirge. Durch den Ort führt eine historische Straßenverbindung, die das nördliche Schlesien mit Prag verband.


    Kamienna Góra Geschichte


    Südlich des Gebietes von Landeshut verlief vor der Kolonisation der schlesisch-böhmische Grenzwald. Das spätere Stadtgebiet wurde 1254 durch Herzog Boleslaus II. von Liegnitz den Benediktinermönchen des böhmischen Klosters Opatowitz verliehen, die bereits 1242 das Kloster Grüssau begründeten. Nachdem das Kloster Grüssau 1292 an die Zisterzienser gelangte, fälschten diese eine auf das Jahr 1249 datierte Urkunde, mit der sie einen Anspruch auf Landeshut nachweisen wollten.

    Landeshut gehörte zum Herzogtum Schweidnitz-Jauer und wurde vermutlich zwischen 1289 und 1292 von Herzog Bolko I. als „Landishute“ zur Sicherung der Grenze gegenüber Böhmen gegründet. Die Datierung ergibt sich daraus, dass Bolko I. 1289 dem Kloster Opatowitz das Landeshuter Gebiet abkaufte, und für 1292 in der Stiftungsurkunde des Klosters Grüssau die „civitas Landishute“ belegt ist. Die Stadt wurde gitterförmig mit einem rechteckigen Marktplatz und einer Stadtmauer angelegt, die mit einem Ober- und Niedertor versehen wurde. 1334 bestätigte Bolko II. die Stadtrechte sowie die freie Ratswahl. In der Urkunde wird zudem erwähnt, Bolko I. habe Landeshut „von neuer wurtzel uss hat gesatzt“. 1334 besaß Landeshut das Meilenrecht, 1341 kam der Salzmarkt und das Braumonopol für das ganze Weichbild hinzu. Zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz-Jauer gelangte es 1368 an die Krone Böhmen. 1426 brannten die Hussiten Landeshut nieder. 1477 übertrug der böhmische König Vladislav II. die „vff schlesischer granecz“ gelegene Stadt Landeshut an den Glatzer Landeshauptmann Hans von Warnsdorf und an dessen Schwiegersohn Friedrich von Schönburg (Schumburg). Nachdem dessen ältester Sohn Johann eines gewaltsamen Todes starb, erbte Landeshut sein jüngerer Bruder Karl von Schönburg, der am 8. September 1526 in Landeshut verstarb[3].

    1527 erwarb Landeshut die Erbvogtei, die seit 1477 im Besitz des Klosters Grüssau gewesen war[4]. Von Bedeutung war im 15. Jahrhundert die Tuchmacherei, im 16. Jahrhundert kam die Leinenweberei auf. Anfang des 16. Jahrhunderts erwarb die prosperierende Stadt das Zollrecht, das bis dahin Hans von Dyhern auf Kreppelhof besaß. 1562 bekannte sich ein Großteil der Einwohner zur Reformation. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Landeshut geplündert und von Bränden und Epidemien heimgesucht. Nach Ende des Kriegs stellte sich allmählich wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Die Gegenreformation wurde auch in Landeshut durchgeführt. Für das Jahr 1658 ist eine Zunft der Züchner belegt, 1677 schlossen sich die Landeshuter Kaufleute zu einer Kaufmannsinnung zusammen. 1707 wurde mit der Altranstädter Konvention der Bau einer evangelischen Gnadenkirche ermöglicht.

    Als Folge des Ersten Schlesischen Kriegs fiel Landeshut zusammen mit Schlesien 1742 an Preußen. Im Zweiten Schlesischen Krieg fand 1745 bei Landeshut eine Schlacht zwischen Preußen und Österreich statt, die Preußen gewann. Dagegen endete 1760 im Siebenjährigen Krieg die Schlacht bei Landeshut mit einem Sieg Österreichs. Die Stadt wurde während der Kämpfe erheblich beschädigt und erhielt Aufbauhilfe vom preußischen König Friedrich II. Für das Jahr 1787 sind 2.790 Einwohner nachgewiesen, und 1789 bestand die Stadt aus 189 Häusern innerhalb der Mauern und 300 Häusern in den Vorstädten. Wegen der Aufkaufspraktiken der Garnhändler kam es 1793 auch in Landeshut zu Weberunruhen. Trotzdem vervierfachte sich von 1765 bis 1805 die Leinwandausfuhr. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Landeshut seit 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 Sitz des Landkreises Landeshut, der zum Regierungsbezirk Liegnitz gehörte. Im 19. Jahrhundert entstanden große maschinelle Webereien (Carl und Robert Methner, J. Rinkel, F. V. Grünfeld, Albert Hamburger AG, C. Epner u. a.) sowie weitere Industriebetriebe. Der wirtschaftliche Aufschwung wurde durch den Anschluss an die Eisenbahn ermöglicht. 1869 wurde die Strecke Ruhbank–Landeshut–Liebau in Betrieb genommen, 1899 eröffnete die Ziederthal-Eisenbahn-Gesellschaft die Strecke Landeshut–Albendorf und 1905 folgte die Strecke Schmiedeberg-Landeshut. Aufgrund seiner landschaftlichen Lage entwickelte sich Landeshut zudem zu einem beliebten Fremdenverkehrsort. 1939 wurden 13.688 Einwohner gezählt.

    Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Landeshut 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Kamienna Góra umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde bis auf wenige Ausnahmen vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1975–1998 gehörte Kamienna Góra zur Woiwodschaft Jelenia Góra.


    Kamienna Góra Sehenswürdigkeiten


    katholische Pfarrkirche
    Schlossruine
    Museum
    Krankenhaus
    • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (Kośćiół ŚŚ. Piotra i Pawła) wurde erstmals 1294 erwähnt und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts neu errichtet. 1562–1629 und 1634–1637 diente sie als evangelisches Gotteshaus. 1895 erfolgte eine Restaurierung im Stil der Neugotik. Kanzel sowie Orgelempore sind barock. Die Skulptur der hl. Anna Selbdritt stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, das steinerne Taufbecken aus der Zeit um 1580. An der Außenmauer befinden sich Epitaphien aus Stein. Das 1885 aus Reichen im Landkreis Guhrau in die Kirche translozierte Pentaptychon der hl. Anna aus dem Jahr 1520 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in das Breslauer Nationalmuseum verbracht.
    • Das Pfarrhaus stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
    • Die ehemalige evangelische Gnadenkirche der hl. Dreifaltigkeit dient jetzt als katholische Pfarrkirche St. Maria Rosenkranz (Kośćiół Matki Boskiej Różańcowej). Sie wurde 1709–1720 nach Plänen des Tallinner Baumeisters Martin Frantz nach Vorbild der Stockholmer Katharinenkirche im Stil des Barock errichtet und reich ausgestattet. 1959–1964 wurde der Innenraum umgebaut und ein Großteil der Innenausstattung demontiert. Erhalten sind das Gitter des Haupteingangs sowie Epitaphien, die in die Balustrade der Außentreppe eingelassen wurden. Die ursprüngliche Orgel wurde in die Warschauer Garnisonskirche verbracht. Auf dem Friedhof befindet sich eine spätbarocke Kapelle von 1783.
    • Nordöstlich der Gnadenkirche befindet sich die ehemalige evangelische Mittelschule für Mädchen aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts sowie die Kantorei von 1725.
    • Ruine von Schloss Kreppelhof, das 1964 ausbrannte.

    Kamienna Góra Gmina


    Die Landgemeinde Kamienna Góra umfasst ein Gebiet von 158,1 km², auf denen 8994 Einwohner leben (Stand 30. Juni 2013). Die namensgebende Stadt Kamienna Góra ist aber nicht Teil der Landgemeinde, sondern bildet eine eigene Stadtgemeinde. Zur Landgemeinde – die Teil der Euroregion Neiße ist – gehören folgende Ortschaften:

    • Czarnów (Rothenzechau)
    • Dobromyśl (Kindelsdorf)
    • Debrznik (Krausendorf)
    • Gorzeszów (Görtelsdorf)
    • Janiszów (Johnsdorf)
    • Kochanów (Trautliebersdorf)
    • Krzeszów (Grüssau)
    • Krzeszówek (Neuen)
    • Leszczyniec (Haselbach)
    • Nowa Białka (Neuweistritz)
    • Ogorzelec (Städtisch Dittersbach)
    • Olszyny (Erlendorf)
    • Pisarzowice (Schreibendorf)
    • Przedwojów (Reichhennersdorf)
    • Ptaszków (Vogelsdorf)
    • Raszów (Reußendorf)
    • Rędziny (Wüstenröhrsdorf; 1937–45: Röhrsdorf (Riesengeb.)
    • Szarocin (Pfaffendorf)

    Kamienna Góra Söhne und Töchter der Stadt


    Carl Gotthard Langhans

    Kamienna Góra Sagen


    In Landeshut spielt die Rübezahl-Sage Meister Zwirbel. Nach der Sage betrog der Landeshuter Schneidermeister Leberecht Zwirbel Rübezahl um zwei Ellen Tuch und musste zur Strafe auf einem Ziegenbock vom Stadttor bis zu seinem Wohnhaus reiten. Zwirbel wäre seit dem der ehrlichste Schneider der Region gewesen.[5]


    Kamienna Góra Verweise



    Kamienna Góra Literatur


    Kamienna Góra Weblinks

     Commons: Kamienna Góra – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

    Kamienna Góra Fußnoten

    1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 1. Dezember 2013.
    2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 1. Dezember 2013.
    3. Friedrich Bernau: Die Gebrüder von Schönburg und Lichtenburg. In: Schatzlar und seine Bezirksgemeinden. Marburg/Lahn 1993, S. 99
    4. P. Ambrosius Rose: Kloster Grüssau. Stuttgart 1974, ISBN 3-8062-0126-9, S. 47 u. 54
    5. E. Berger, Rübezahl und Andere Gebirgssagen, Buchhandlung Gustav Fock, Seite 37 f.


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