DEUTSCHE VOLKSPOLIZEI

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Deutsche Volkspolizei




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Deutsche Volkspolizei


Emblem der Deutschen Volkspolizei 1961 bis 1990

Die Deutsche Volkspolizei (DVP), meist nur Volkspolizei (VP) genannt, war die Polizei der DDR.


Deutsche Volkspolizei Geschichte


Volkspolizei in Neustrelitz, am Tag der Republik, 7. Oktober 1955. Bewaffnet mit aus dem Zweiten Weltkrieg stammendem Wehrmachts-Sturmgewehr 44
25 Jahre Deutsche Volkspolizei (Briefmarke der DDR, 1970)

Im Juni 1945 wurde die Volkspolizei in der Sowjetischen Besatzungszone zunächst als Polizei der Länder gegründet. Nach der Auflösung der Länder wurde die Organisation vereinheitlicht.

Ab 1952 wurde der Abschnittsbevollmächtigte (ABV) in den Städten und Gemeinden nach sowjetischem Vorbild eingeführt. Interessierte Bürger konnten als „Helfer der VP“ ehrenamtlich mitarbeiten.

Die Volkspolizei unterstand dem Minister des Innern der DDR (MdI), dessen Amtsbezeichnung nach 1963 gleichzeitig auch „Chef der Deutschen Volkspolizei“ lautete. Die weitere Untergliederung waren die Bezirksbehörden der DVP (BDVP) in allen Bezirksstädten und die VP-Kreisämter (VPKA) in den Kreisstädten.

Der 1. Juli wurde ab Anfang der 1960er Jahre als Tag der Volkspolizei gefeiert. Zuvor war der 1. Juni dieser Tag, der in der DDR zugleich als Kindertag gefeiert wurde.


Deutsche Volkspolizei Organisation



Deutsche Volkspolizei Bereiche

Volkspolizisten bei der Öffnung des Brandenburger Tores, 1989

Die Volkspolizei gliederte sich in die Dienstzweige Schutzpolizei, Verkehrspolizei, Wasserschutzpolizei, Kriminalpolizei und Transportpolizei; letztere war für die Sicherung der Bahnhöfe und Anlagen der Deutschen Reichsbahn zuständig. Außerdem unterstand das gesamte Meldewesen als Abteilung Pass- und Meldewesen der Volkspolizei. Um ihre militärische Gliederung als „bewaffnetes Organ“ zu unterstreichen, trugen die Offiziere der VP militärische Dienstgradbezeichnungen, z. B. Leutnant der VP.

Die nicht zu den Dienstzweigen der Deutschen Volkspolizei gehörenden Volkspolizei-Bereitschaften unterstanden, wie auch die Deutsche Grenzpolizei als Vorläufer der DDR-Grenztruppen, in den 1950er Jahren kurzzeitig für ca. drei Monate dem Ministerium für Staatssicherheit und gehörten später zu den Kasernierten Einheiten des MdI. Diese bestanden aus den 21 VP-Bereitschaften, der Nachrichten-Bereitschaft (NaB), den acht Kompanien Transportpolizei-Bereitschaften (nach Mobilmachung Bereitschaften), der Hubschraubereinheit, der Anti-Terror-Einheit 9. Volkspolizei-Kompanie, der Dienststelle Blumberg (Tarnbezeichnung, Objekt 7001) und der 10. Kompanie (Köche). Deren Angehörige leisteten Wehrdienst und wurden über die Wehrkreiskommandos eingezogen und als Reservisten der NVA entlassen. Angehörige der Kasernierten Einheiten waren nicht maßgeblich an den Ausschreitungen gegen die meist friedlichen Demonstranten im Herbst 1989 verantwortlich, denn sie waren im Produktionseinsatz bzw. ein Drittel war entlassen. Eingesetzt waren vielmehr die (Schützen-)Züge der Zentralen Kräfte Schutzpolizei (ZKS) (die Bereitschaftspolizei der Deutschen Volkspolizei, erkennbar an Schulterstücken und Ärmelabzeichen). Sie wurden durch die Polizeien der Länder übernommen.

Die Volkspolizei hat unter anderem auch mit inoffiziellen (kriminalpolizeilichen) Mitarbeitern (IKM), also mit Informanten, gearbeitet. Zuständig für die Führung der IKM war das Arbeitsgebiet I der Kriminalpolizei.


Deutsche Volkspolizei Führung

Minister des Innern waren

Chef der Deutschen Volkspolizei waren

Minister des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei waren


Deutsche Volkspolizei Dienstgrade

Die Dienstgradabzeichen der Deutschen Volkspolizei
Dienstgradvergleich DVP (inklusive Kripo), NVA (Land, Luft, Volksmarine)
(1. Juni 1949 bis 2. Oktober 1990)
DVP // Kriminalpolizei DVP
(Distinktion)
NVA
(Land/Luft)
NVA (Volksmarine)
Wachtmeister und Mannschaften
Anwärter der VP // Kriminalanwärter ... Soldat Matrose
Unterwachtmeister der VP // Kriminalunterassistent
(1951 eingeführt)
... Gefreiter Obermatrose
Wachtmeister der VP // Kriminalassistent ... Stabsgefreiter Stabsmatrose
Unterführer und Unteroffiziere
Oberwachtmeister der VP // Kriminaloberassistent ... Unteroffizier Maat
(keine Entsprechung) ... Unterfeldwebel Obermaat
Hauptwachtmeister der VP // Kriminalhauptassistent ... Feldwebel Meister
Meister der VP // Kriminalsekretär ... Oberfeldwebel Obermeister
Obermeister der VP (1961 eingeführt) // Kriminalobersekretär ... Stabsfeldwebel Stabsobermeister
Offiziere
Unterleutnant der VP bzw. der Kriminalpolizei
bis 15. Juli 1957 und wieder seit 1. Mai 1990: (Kriminal-)Unterkommissar; 1951 eingeführt
... Unterleutnant Unterleutnant (zur See)
Leutnant der VP bzw. der Kriminalpolizei
bis 15. Juli 1957 und wieder seit 1. Mai 1990: (Kriminal-)Kommissar
... Leutnant Leutnant (zur See)
Oberleutnant der VP bzw. der Kriminalpolizei
bis 15. Juli 1957 und wieder seit 1. Mai 1990: (Kriminal-)Oberkommissar
... Oberleutnant Oberleutnant (zur See)
Hauptmann der VP bzw. der Kriminalpolizei
bis 15. Juli 1957: (Kriminal-)Rat, seit 1. Mai 1990: (Kriminal-)Hauptkommissar
... Hauptmann Kapitänleutnant
Major der VP bzw. der Kriminalpolizei
bis 15. Juli 1957: Oberrat, seit 1. Mai 1990: (Kriminal-)Rat
... Major Korvettenkapitän
Oberstleutnant der VP bzw. der Kriminalpolizei
bis 15. Juli 1957: Kommandeur, seit 1. Mai 1990: (Kriminal-)Oberrat
... Oberstleutnant Fregattenkapitän
Oberst der VP bzw. der Kriminalpolizei
bis 15. Juli 1957: Inspekteur, seit 1. Mai 1990: (Kriminal-)Direktor
... Oberst Kapitän zur See
Generalmajor
(bis 15. Juli 1957 und wieder seit 1. Mai 1990: Chefinspekteur)
... Generalmajor Konteradmiral
Generalleutnant
(bis 15. Juli 1957 und wieder seit 1. Mai 1990: Generalinspekteur)
... Generalleutnant Vizeadmiral
Generaloberst
(bis 15. Juli 1957 Chef der Deutschen Volkspolizei; abgeschafft zum 1. Mai 1990)
GDR VP OF8 Generaloberst.pdf Generaloberst Admiral
Armeegeneral
(seit 1984 Dienstgrad des Ministers des Inneren und Chef der Deutschen Volkspolizei; abgeschafft zum 1. Mai 1990)
... Armeegeneral Flottenadmiral

Anmerkungen: Die DVP verfügte über kein äußeres Äquivalent für die 1974 in die NVA eingeführte Dienstgradgruppe bzw. Laufbahn der Fähnriche. Obermeister der VP erhielten Fähnrichsbesoldungen bei vergleichbaren Dienststellungen.

Die Dienstgrade des 1967 eingerichteten Strafvollzugsdienstes entsprachen bis Ende April 1990 jenen der uniformierten Volkspolizei, führten aber den Zusatz des Strafvollzugsdienstes bzw. des SV. Von Mai bis Oktober 1990 folgten die SV-Dienstgrade jenen der Kriminalpolizei (z. B. Unterassistent des SV). Eine Ausnahme war die gehobene Laufbahn mit den Dienstgraden Unterinspektor (= Unterkommissar / Unterleutnant) bis Hauptinspektor (= Hauptkommissar / Hauptmann); die höheren SV-Dienstgrade folgten wieder dem Beispiel der Kripo.


Deutsche Volkspolizei Ausbildungsstätten


Fuhrpark der Volkspolizei
Polizeifahrzeuge
Wolga als Streifenwagen der Volkspolizei
Büroschild eines ABV

Seit 1962 verfügte die DVP über eine eigene Hochschule in Berlin-Biesdorf, an der bis 1989 rund 3500 Offiziere ausgebildet wurden. Daneben gab es mehrere Fachschulen. Die Kasernierten Einheiten verfügten über eigene Ausbildungseinrichtungen. Offiziere wurden zunächst bei den NVA-Landstreitkräften, ab 1963 an der Offizierschule und ab 1971 an der Offiziershochschule – Bereitschaften – in Dresden-Wilder Mann ausgebildet. Die Unterführer auf Zeit an der Unterführerschule in Liegau bzw. nach Verlegung in Dresden bis zu ihrer Auflösung.

Die Volkspolizei verfügte zuletzt über rund 80.000 hauptamtliche Polizisten und 177.500 „Freiwillige Helfer“. Von den sogenannten Abschnittsbevollmächtigten wurden z. B. die Hausbücher kontrolliert. Über die Personenkennzahl (PKZ) konnte die DVP wie auch das MfS über jeden Bürger alle in diversen Datenbanken gespeicherten Informationen erhalten.

Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 ging die Polizeihoheit an die neu gebildeten Bundesländer über, etwa 40 Prozent der DVP-Angestellten mussten aus dem Dienst ausscheiden.


Deutsche Volkspolizei Siehe auch



Deutsche Volkspolizei Literatur


  • Torsten Diedrich, Hans Ehlert, Rüdiger Wenzke (Hrsg.): Im Dienste der Partei. Handbuch der bewaffneten Organe der DDR (Forschungen zur DDR-Geschichte). 2. Aufl. Chr. Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-160-7.
  • Thomas Lindenberger: Volkspolizei. Herrschaftspraxis und öffentliche Ordnung im SED-Staat 1952–1968 (Zeithistorische Studien; Bd. 23). Böhlau, Weimar 2003, ISBN 3-412-02003-6 (zugl. Habilitationsschrift, Universität Potsdam 2002).
  • Autorenkollektiv (MdI): Geschichte der Deutschen Volkspolizei. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1987 (2 Bde).
  1. 1945–1961.
  2. 1961–1985.
  • Autorenkollektiv: Zur Geschichte der Deutschen Volkspolizei. Herausgeber: BDVP Frankfurt (Oder) Politische Abteilung, Gestaltung und Druck: Druckerei „Neuer Tag“, Frankfurt (Oder), 3 Bände.
  1. ~ im Oderbezirk Frankfurt (Oder) 1945–1949.
  2. ~ im Oderbezirk Frankfurt (Oder) 1949–1952.
  3. Kampf gegen das Hochwasser im Oderbruch.
  • Autorenkollektiv (MdI): Historischer Abriss zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizeibereitschaften 1945–1985. Berlin 1988 (Vorabdruck).
  • Peter Joachim Lapp: Grenzregime der DDR. Aachen 2013, ISBN 978-3-86933-087-7.

Deutsche Volkspolizei Weblinks


 Commons: Deutsche Volkspolizei – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


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